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Beamer Leinwand selber bauen – so geht’s

Die Leinwand ist neben dem Beamer essenzieller Bestandteil des Heimkinos. Eine gute Projektionsfläche optimiert die Bildschärfe und Qualität. Der Eigenbau stellt neben dem Kauf eine gangbare Alternative zur Beschaffung dar. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und den richtigen Materialien kannst du dir deine eigene, auf persönliche Ansprüche zugeschnittene Leinwand, selber bauen. Besonders im preislichen Bereich liegen die self-made Leinwände ein gutes Stück unter den Normalpreisen.

Leinwand

 

DIY

Beamer Leinwand selber bauen – wieso eigentlich?

Wieso sollte man sich den Aufwand machen und eine Beamer Leinwand selber bauen, wenn der Kauf doch so viel schneller und bequemer geht? Der größte Unterschied zur Massenware aus dem Onlineshop ist die gestalterische Freiheit und die Flexibilität. Der künstlerischen Ader kann freien Lauf gelassen werden, je nach Geschmack und Stil wird eine Projektionsfläche geschaffen werden, die sich perfekt in die bereits vorhandene Umgebung einfügt. Nicht nur der Style, auch die Größe kann flexibel auf die persönlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse angepasst werden.

 

Leinwand selber bauen - Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand

Die aufzuwendende Zeit für die eigens konstruierte Leinwand hängt gänzlich vom eigenen handwerklichen Geschick ab. Pauschal sollte man einen halben bis ganzen Tag einrechnen, je nachdem wie aufwendig die Selbstbauleinwand montiert wird. Zusätzlich muss noch die Zeit für Material- und Werkzeugbeschaffung beachtet werden. Die Anforderungen an die persönlichen Fähigkeiten liegen im oberen mittleren Bereich, eine saubere und akkurate Arbeitsweise ist Pflicht, da eine schlecht zusammengebaute oder wellige Projektionsfläche den Film- oder Gaminggenuss trüben kann. Die Montage kann alleine durchgeführt werden, zwei weitere helfende Hände sind besonders beim Spannen des Leinstoffs und bei der Anbringung der Kontrastumrandung von Vorteil.

 

 

Die Selbstbauleinwand – preislich nicht zu schlagen

Grüner HakenJe nach verwendeten Materialien schlägt die selbst zusammengebaute Beamerleinwand mit etwa 25-30 Euro zu Buche. Bei Verwendung wirklich hochwertiger Baustoffe können Preise bis um die 80 Euro zusammenkommen. Im Gegensatz zu fertigen Projektionsflächen liegen die Eigenkonstruktionen dennoch weit unter herkömmlichen Modellen. Bis zu 60 Prozent Unterschied kann die Wahl zwischen Kauf und Selbstbau ausmachen. Bei einem Beamer im hohen dreistelligen Bereich könnte man denken, dass der Preis für die fertige Leinwand fast geschenkt ist, doch wer ein wenig handwerkliches Geschick, Lust und Spaß am Selberbauen und etwas Zeit hat, kann bares Geld sparen.

 

 

In 4 Schritten zur eigenen Leinwand – do it yourself

 

Material:
1. 4-5 Holzbretter für den Rahmen mit ungefähr 2 cm Dicke in der passenden Länge
2. Schrauben zur Fixierung des Rahmens, passend auf Länge und Dicke der Rahmenbretter
3. Leinwandtuch, passgenau zugeschnitten
4. Tackerklammern
5. 4-8 Winkel um die Rahmenbretter zu verbinden, professioneller Ersatz durch Lamellos
6. Dübel und Schrauben zur Befestigung an der Wand
7. Hilfsmittel wie Schnur, Reißnägel und Haushaltsgummis
8. Veloursklebefolie in Schwarz, Braun oder Grün um den Kontrastrahmen zu schaffen
9. Wandhalterungen für die Selbstbauleinwand

 

Werkzeug:
1. Kreis- oder Stichsäge zum Zusägen der Rahmenbretter falls noch nicht geschehen
2. Schraubendreher oder Akkuschrauber mit passenden Bits
3. Wasserwaage und Bleistift
4. Hammer
5. Handtacker
6. Dremel beim Einsatz von Lamellos
7. Locher
8. Schlagbohrmaschine

 

Step 1:

Leinwand selber bauenDer erste Schritt besteht aus dem Errechnen der Leinwandgröße. Je nach Platz und baulichen Möglichkeiten sollte die Leinwandbreite etwa die Hälfte der Sitzentfernung betragen. Bei einem Sitzabstand von 4 Metern somit etwa 2 – 2,5 Meter. Da im Heimkino- und Gamingbereich inzwischen das 16:9 Format vorherrscht, lässt sich daraus die Höhe errechnen. Bei 2,5 Metern Leinwandbreite beträgt die Höhe etwa 1,4 Meter. Das Zusägen der Bretter kann selbst oder von einem Fachmann vorgenommen werden.

Zu beachten ist, dass der Rahmen etwa 7-10 Zentimeter größer gestaltet wird, um der Umrandung zur besseren Kontrastdarstellung genügend Platz zu lassen. Der Zusammenbau des Rahmens aus den 4 passgenauen Brettern erfolgt mittels Winkel, zur besseren Stabilität auf Vorder- und Rückseite, oder bei professionellerer Bauart durch Lamellos.

Dazu müssen die Aussparungen mit einem Dremel oder einer Fräse vorgefertigt werden. Mit passenden Holzschrauben wird der Rahmen fixiert. Das fünfte Brett kann als optionale Stabilisierung quer in der Mitte angebracht werden.

 

Step 2:

Im nächsten Schritt erfolgt das Zuschneiden des Leinwandstoffes. Die Maße 2,5 und 1,4 Meter beziehen sich auf die reine Leinwandgröße, es werden somit etwa 3,5 Quadratmeter Stoff benötigt, plus etwa 25 cm an allen Rändern mehr, um den Stoff auf der Rückseite des Rahmens zu befestigen. Wer unsicher ist, verwendet lieber zu viel als zu wenig Material, die überhängenden Stoffreste können zum Schluss mit einem Teppichmesser vorsichtig abgeschnitten werden. Eine zusätzlich angebrachte Unterlage aus Molton verhindert bei ungünstigem Lichteinfall Farbstreuungen sowie das Durchscheinen der Projektion auf die dahinterliegende Wand.

 

Step 3:

Das Spannen des Leinwandstoffes auf dem Rahmen kann auf zweierlei Arten erfolgen. Die einfachste Methode ist mit einem Handtacker eine der Längsseiten zu fixieren und nach Überziehen des Rahmens zunächst die gegenüberliegenden Ecken mit Tackerklammern zu befestigen. Danach in geringem Abstand ringsherum weitere Tackerklammern anbringen. Professioneller wird der Stoff mit üblichen Haushaltsgummis befestigt. Dazu werden mit einem Locher in einem Abstand von etwa 10-15 Zentimeter Löcher in die Leinwand nahe des Randes gestanzt.

Auf dem Rahmen werden genau gegenüber Schrauben zu etwa ¾ Tiefe eingedreht. Die Haushaltsgummis werden in die Löcher gezogen und über die Schrauben geführt. Je nach Länge wird für jeden Gummi eine weitere Schraube erforderlich. Diese kann bei einem schmalen Rahmen neben der ersten befestigt werden, sodass der Gummi in einem 90 Grad Winkel gespannt ist. Der Vorteil dieser Methode ist die bis zu einem gewissen Grad mögliche Nachspannung, da der Leinstoff im Laufe der Zeit an Stabilität verliert.

 

Step 4:

Als finaler Schritt wird die schwarze Umrandung aus Veloursklebefolie aufgebracht. Dazu wird auf allen vier Seiten eine Schnur gespannt und mit Reißnägeln befestigt, um eine gerade Linie zu erzeugen. Je nach Abmessungen beträgt der Rand etwa 7-10 Zentimeter Breite. Die schwarze Folie wird entlang der Schnur aufgeklebt. Danach kann die Selbstbauleinwand mit den Wandhalterungen montiert werden.

 

 

Rahmenleinwand selber bauen

 

 

Unser Fazit - Beamer Leinwand selber bauen

Grüner HakenWer handwerkliches Geschick und genügend Zeit mitbringt, für den kann der Selbstbau einer Beamerleinwand eine echte Alternative sein. Die oftmals niedrigeren Kosten sowie die Konstruktion einer den eigenen Ansprüchen entsprechenden Projektionsfläche können den Flair und das Heimkinogefühl erheblich persönlicher und ansprechender gestalten, als mit einer Leinwand aus der Massenware.